Besuch im Blindeninstitut der Klasse 3a am 30.03.09


Wie sieht eigentlich eine Schule für blinde Kinder aus? Die Antwort auf diese Frage suchten wir im Blindeninstitut an der Brunnstube. Gleich beim Eingang entdeckten wir eine Blindenschrift auf einer Glasscheibe. Durch die Schuhsohlen spürte man vor allen Treppen und Türen fühlbare Punkte, so genannte Aufmerksamkeitsfelder, die auf Hindernisse hinweisen. Die Wege vor dem Eingang des Blindeninstituts waren dagegen mit spürbaren Rillen, man nennt sie Blindenleitlinien, gekennzeichnet.

In der Kantine machten wir Brotzeit, aber nein, nicht normal, sondern wie Blinde. Wir bekamen verschiedene Brillen, die verschiedene Augenkrankheiten simulierten, wie z. B. den Grauen Star. Man konnte nur hell und dunkel erkennen oder man sah alles verschwommen. Einige probierten auch eine schwarze Augenbinde. Nur so konnten wir wirklich erleben, wie es blinden und sehbehinderten Menschen beim Essen ergeht.

Im Licht-Aktiv-Raum werden die Sinne der sehbehinderten Kinder bzw. der Kinder mit anderen Behinderungen geschult. Auf das riesige Wasserbett durften wir uns zu viert legen, durch einen Spiegel erschien der Raum endlos. In zwei Säulen werden Wasserblasen hochgesprudelt, Felder in der Decke verändern die Farbe, wenn man etwas in ein Mikrofon spricht.

Für unseren Besuch wurden im Lehrerzimmer einige besondere Stationen eingerichtet. Zuerst mussten wir Arbeitsblätter in Blindenschrift ausfüllen. An der Blindenschreibmaschine durften wir unsere Namen in Blindenschrift tippen und der 17jährige Marco (er ist Schüler in der Blindenschule) fühlte mit seinen Fingerspitzen, ob alles richtig war. Die Blindenschreibmaschine hat übrigens nur 6 Tasten und ein Leerzeichen.

Zum Schluss gingen wir noch in Marcos Klassenzimmer, in dem fünf Kinder unterrichtet werden. Die Blinden ertasten hier ihren Stundenplan. Außerdem hat es einen direkten Zugang zum Garten, in den die Kinder jederzeit gehen können.

Was haben wir im Regensburger Blindeninstitut gelernt? Ein Kind: "Ich kann jetzt besser verstehen, wie sehbehinderte Kinder leben. Nicht so einfach." Ein anderes Kind sagte es ganz deutlich: "Wenn ihr wieder einmal glaubt, dass es euch nicht gut geht, dann denkt an die blinden und behinderten Menschen auf der Welt und freut euch, dass ihr gesund seid.

Die Klasse 3a mit Klassenlehrerin Sabine Zollner
 

 

 

Die Blindenschule

 


Beim Frühstück
 

 


Im Licht-Aktiv-Raum
 

 

Mit diesen Brillen sieht man nur hell/dunkel

 


Wir arbeiteten mit der Blindenschreibmaschine
 
       Marco an der Schreibmaschine

 


Wir schrieben in der Blindenschrift
 
  und druckten sie.

April 2009; Bilder und Text: Fr. Zollner

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