Lernen mit Bewegung

  Sie fahren mit dem Piratenboot auf hoher See (eine Weichbodenmatte, unter der sich
  vier Rollbretter befinden).

  Sie erklimmen auf gefährlichen Wegen hohe Gipfel (auf der schrägen Langbank auf die
  Sprossenwand klettern).

  Sie springen aus schwindelerregenden Höhen ins Ungewisse ( Springen von der 
  Sprossenwand in ein aufgehaltenes Tuch).

  Sie überqueren Flüsse, in denen Piranhas schwimmen (schwingen mit den Ringen von  
  Langbank zu Langbank).

  Sie weichen im Urwald gefährlichen Giftschlangen aus ( Balancieren über die Langbank, 
  über der vier bewegte Taue pendeln).

  Und werden gerettet, falls sie in den Fluss fallen (Rollbretter bringen sie ins
  „Krankenhaus“).

  Zum Schluss backen sie sich noch eine Pizza, um sich wieder zu stärken (imaginär auf 
  dem Rücken des Partners).

  All das sind nur einige Beispiele aus der Motopädagogikstunde, die seit 3 Jahren immer 
  donnerstags bzw. freitags in der Turnhalle der Wolfgangsschule im Anschluss an den
  Unterricht stattfindet.

  Und wer unternimmt all diese aufregenden Exkursionen?

  Sechs bis acht Mädchen und Jungen aus allen Klassen der Grundschule entdecken, zusammen mit  
  der Heilpädagogin Frau Hartmann, immer wieder Neues und teilen Freude und Begeisterung für
  diese Art der Förderung.

  Denn Spaß und Freude am Tun stehen bei dieser Art der Bewegungserziehung im Vordergrund.
  Aufbauend auf den Stärken jedes Einzelnen, hat das Kind die Möglichkeit neue Wahrnehmungs-
  und Bewegungserfahrungen
in der Kleingruppe zu machen. Dies fördert nicht nur die sozialen
  Kompetenzen
und das Selbstvertrauen des Kindes in die eigenen Fähigkeiten, sondern führt auch
  zu erhöhtem Konzentrationsvermögen, einer Erweiterung der Gesamtbewegungskontrolle und einer
  Verbesserung der Körperwahrnehmung.

  Der klare, immer wiederkehrende Ablauf (mit intensiver Körperentspannung am Schluss der Stunde),
  die Einfachheit der beiden Grundregeln und die wertschätzende Haltung der Heilpädagogin geben
  dem Kind den sicheren Rahmen, Neues auszuprobieren und zu experimentieren, wodurch die
  Phantasie und die Kreativität des Kindes angeregt werden.

  Besonders geeignet ist diese Art der Förderung deshalb auch für:

  • Kinder mit Wahrnehmungsstörungen

  • Unsichere, ängstliche Kinder mit geringem Selbstwertgefühl

  • Kinder mit Bewegungs-Unlust

  • Kinder mit ADS/ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität)

  • Kinder mit Auffälligkeiten im Sozialverhalten

  Die Kosten der Förderung (10 € pro Stunde) übernehmen die Eltern.

  Auch im kommenden Schuljahr finden wieder Motopädagogik -Kurse statt.

  Sollten Sie daran Interesse haben, können Sie mich gerne telefonisch unter der

  0941/70 30 605 oder per e-mail: ulli-hartmann@t-online.de erreichen.

 

   

 

  Motopädagogik Kurzinformation

 

  Psychomotorik ist eine anerkannte pädagogische Fördermethode, in deren Mittelpunkt Bewegung,
  Wahrnehmung, Erleben und Handeln stehen. Sie betont die individuellen Stärken des Kindes.
  Freude und Spaß am Tun stehen im Vordergrund. Ohne Leistungsdruck wird dem Kind die
  Möglichkeit geboten neue Erfahrungen mit sich und anderen in der Kleingruppe zu machen. Dabei
  erweitert es seine soziale Kompetenz und entwickelt Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten.

  Ziel motopädagogischer Förderung ist es, während intensiver Bewegungs- und
  Wahrnehmungserfahrungen die Eigentätigkeit des Kindes zu fördern und es zu selbstständigem
  Handeln
anzuregen. Diese Herangehensweise macht eigene Erfolge erfahrbar und führt somit zu
  einer Erweiterung der Handlungskompetenz und stärkt die gesamte Persönlichkeit des Kindes.

  Durch vielfältige Bewegungen wird im Gehirn ein räumliches Bezugssystem aufgebaut, das
  Grundlage für intellektuelle Möglichkeiten schafft.

 

  Körper- Erfahrungen / Selbst - Erfahrungen

  Förderung der Gesamtbewegungskontrolle (Koordination, motorische Steuerungsfähigkeit,
  Geschicklichkeit), Erweiterung des Körperbewusstseins und der Körperwahrnehmung, vielfältige
  Erfahrungen der Basissinne (Tiefenwahrnehmung, Taktile Wahrnehmung, Gleichgewichtssinn),
  Erfahren körperlicher Ausdrucksmöglichkeiten, bewusstes Erleben von Spannung und
  Entspannung...

 

  Sozial - Erfahrungen

  Vertiefung sozialer Lernprozesse, eigene Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen wahrnehmen und
  angemessen handeln, Rücksicht nehmen, gemeinsam Aufgaben lösen, mit Misserfolgen und
  Konflikten umgehen lernen, Frustrationen aushalten lernen, sich verbal mit anderen
  auseinandersetzen, Regeln verstehen und einhalten, Gefühle und Bedürfnisse anderer wahrnehmen...

 

  Material - Erfahrungen

  erkundendes und experimentelles Lernen über Bewegung und Erfahrung, sich mit den räumlichen
  und dinglichen Gegebenheiten der Umwelt (Geräte, Materialien, Hindernisse) auseinandersetzen,
  sich den Gesetzmäßigkeiten der Objekte anpassen bzw. sie sich passend machen...

  Die Stunde ist in drei Abschnitte unterteilt:

  • 10 - 15 Minuten Bewegungsspiele für die gesamte Gruppe, die auf den jeweiligen Förderbedarf der Kinder und Gruppenthemen zugeschnitten sind

  • 30 Minuten eigenständige Tätigkeit in einer Bewegungslandschaft mit unterschiedlichen Schwerpunkten und intensiver Begleitung meinerseits

  • 15 Minuten Entspannung (Autogenes Training, Körperentspannungsübungen, Phantasiereisen)

März 2009

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