Deutsch-Tschechische
Aktivitäten
Geschichtsforschung
im DickichtJugendkulturförderpreis
des Bezirks Oberpfalz
200920 Jahre Fall des
eisernen VorhangsLeben
an Grenzen
- Tschechisch: Život na Hranici
Auftritt der deutsch-tschechischen Theatergruppe in Furth im Wald
Die deutsch-tschechische Theatergruppe in Furth im Wald am 13.11.2009 mit Herrn Genscher
Geschichtsforschung im Dickicht
Schüler aus Regensburg und Domažlice entdecken zusammen mit
Jan Benda und
Franz Thurner das alte Fichtenbach.
Was
geht in jungen Leuten vor, wenn
sie, tief im Gestrüpp im Tal der Kalten Pastritz, auf Bruchsteinmauern
stoßen,
die von sehr guter Qualität gewesen sein müssen - wenn sie aus den
Überresten
riesiger Wasserradkammern, die aber ohne Abfluss zu sein scheinen, auf
die Existenz
weitreichender unterirdischer Abflusssysteme schließen müssen?
Oder
wenn sie
ein Kriegerdenkmal betrachten, das nur noch wenige Bilder von Menschen
zeigt, die zwischen 1914
und 1918 in
Galizien, Bosnien oder anderswo in den Weiten des alten
Habsburgerreiches
gestorben sind?
Werden sie erkennen, wie grausam
„die Geschichte“ über
die
Lebensbedürfnisse so vieler Menschen hinweggetrampelt ist?
Emilie
Nosková und Jan Pek vom
Gymnázium Jindřich-Šimon-Baara aus Domažlice einerseits und Regina
Leitner und
Wolfgang Friedl vom Werner-von-Siemens-Gymnasium in Regensburg
andererseits
hatten sich das Ziel gesetzt, in ihren Schülern den Sinn für Geschichte
zu
wecken, nämlich sich zurückversetzen zu können in eine Zeit, die sich
nur noch
in mageren Überresten zu erkennen gibt, das Leben von Menschen sich
vorstellen
zu können, die häufig schwer um die Mittel zum Überleben kämpfen
mussten, und
zu verstehen, wie politische Entwicklungen, an denen diese Menschen
kaum
beteiligt waren, ihr Schicksal entscheidend prägten.
Die heute
ruinöse
tschechische Schule in Fichtenbach gab Anlass, die Probleme zu
besprechen, die
das Bedürfnis nach dem „eigenen“ Staat im Zusammenleben von Deutschen
und
Tschechen verursachte, der seit Mitte des 19. Jh. verlaufende
Niedergang der
Glasindustrie, an so vielen Stellen ablesbar, hatte aber bereits die
ethnische
Zusammensetzung der Menschen in Fichtenbach verändert.
Die
Verödung des
kultivierten Landes nach 1945 lässt sich auch an der Vegetation
ablesen, was
Jan Benda, der Direktor der Forstverwaltung der Stadt Domažlice,
genauestens
darstellen konnte; für die Umwandlung zum militärischen Sperrgebiet
sind die
verfallenden Militärbauten – auch das Glasherrenschlösschen wurde dazu
gemacht
– ein tristes Zeugnis.
Franz
Thurner
führte als
Bergwachtmann durch das
nicht ungefährliche
Gelände. Als Geschichts- und Ortskundiger konnte er auch manche
versteckten
Zeugnisse ausfindig machen, so eine
riesige Rolle Stacheldraht, den man
offenbar nicht mehr brauchen konnte, als seit 1990
die Sperranlagen
fielen -
einer der Hinweise darauf, dass es auch überraschende Wendungen zum
Besseren
gab und gibt.Am
Nachmittag besuchte die Gruppe
Grafenried / Lučina. Die Exkursion endete am dortigen Friedhof, der gut
geeignet ist zur stillen Nachbetrachtung.
Weitere
Exkursionen sind geplant. Nächster gemeinsamer Termin ist eine
Veranstaltung zur Geschichte der Grenze nach 1945 am 3.12. im Gymnasium
in
Domažlice, zu der auch mehrere Zeitzeugen eingeladen sind.
Jugendkulturförderpreis
des Bezirks Oberpfalz 2009
Am 20.10. wurde in Sulzbach-Rosenberg
der
Jugendkulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz 2009 verliehen. Den Preis
in der
Kategorie Schultheater an Gymnasien gewann die gemeinsame Theatergruppe
des
WvSG und des Jindřich-Šimon-Baar-Gymnasiums in Domažlice für ihre nun
seit 5
Jahren andauernde Zusammenarbeit, aus der bisher zwei Produktionen
hervorgegangen sind:

Das Stück Život na
hranici – Leben an Grenzen, in
dem auf
der Grundlage eigener Recherchen eine Szenenfolge entwickelt
wurde, die das
über lange Zeit intensive und fruchtbare Zusammenleben von Deutschen
und
Tschechen zum Inhalt hat, aber auch, schon weil die
gesammelten Zeitzeugenberichte
gerade davon handelten, die
verhängnisvollen
Entwicklungen
des 20. Jahrhunderts. Eher in satirischer Form wurden die Beziehungen
seit der
Grenzöffnung behandelt.
In der zweiten Produktion ging es um
die Geschichte der
Hussiten, wobei uns die innere Dynamik dieser
Geschichte
besonders
interessierte, die wir auch bei späteren sozialen und politischen
Bewegungen
wiederfanden.
Es waren immer ganz offene Prozesse,
die zu diesen
Produktionen führten. Deshalb ist auch nicht zu sagen, ob das gerade
angelaufene Geschichtsprojekt, das wieder die Grenze zum Thema hat, zu
einer Theaterproduktion führen wird
20
Jahre Fall des
Eisernen
Vorhangs
Bei
einer Veranstaltung der IHK
Regensburg zum 20. Jahrestag
des Falls der Mauer in Berlin und der „Samtenen Revolution“ in
Tschechien trat
auch die gemeinsame Theatergruppe des WvSG und des
Jindřich-Šimon-Baar-Gymnasiums in Domažlice auf, und zwar mit Auszügen
aus
ihrem Stück Život na hranici – Leben an Grenzen. Eindrücke davon unter
Leben
an Grenzen
- Tschechisch: Život na Hranici