Superstars in Regendorf –Pantografie mit Franz Bauer
Minna
(Name von der Red.
geändert) ist ein Pferd: Geblähte Nüstern, große, schwarze
Samtaugen, eine Blesse dazwischen, lange Ohren – aber sonst ist Minna
kein Pferd,
sondern ein hübsches Mädchen aus der Klasse 6c. Nur wenn sie so dasitzt
und als sie dann
weggaloppiert, als ihr die drei Hexen zu sehr zusetzen, dann ist sie
ein Pferd und
bleibt es nicht nur in Regendorf, sondern noch den ganzen Samstag zu
Hause.
Möchten Sie auch ein Pferd sein? Oder eine der drei Hexen in der
Sondersendung von
Deutschland sucht die schrägsten Typen, diesmal aus Schloss Regendorf,
am 22.3.2003? Die
drei Hexen Kristina, Magdalena und Tanja wären arrogant genug, um
Superstar zu werden,
doch der fiese Trick, ihre vierte Schwester in ein Pferd zu verwandeln,
kommt doch nicht
so gut an.
Auch ein Dieter Bohlen tritt auf, er gehört nämlich zur Jury und heißt
eigentlich
Markus, ebenso ein gewisser Moshammer, Vorname Nikolai; sie
kommentieren die vorgeführten
Leistungen etwa so:
Zum
1.
Kandidaten:
Dieter Bohlen: Also außer mir kann doch jeder auf einem Bein stehen. 4
Punkte, nicht
mehr!
Moshammer: So ein Schwachsinn: Mit so was kommt man in eine seriöse
Sendung wie
Deutschland sucht die schrägsten Typen? Das ist doch nichts Besonderes,
also bitte. Von
mir nur 2 Punkte...
Zum 2. Kandidaten:
Dieter Bohlen: Als wenn es was Besonderes wäre, sich in eine Katze zu
versetzen.
Außerdem hasse ich Katzen. Von mir nur einen Punkt.
Moshammer.: Ja, mir hat es gefallen. Aber meine Daisy hasst Katzen.
Drei Punkte!
Zum 3. Kandidaten, der die Luft angehalten hat und
schließlich zu Boden ging:
Dieter Bohlen: Das war das Beste, Spektakulärste und bestimmt auch das
Schwierigste, was
ich im Laufe dieser Sendung je gesehen habe: Atmen, ohne den Mund zu
bewegen, das ist doch
einen Applaus wert. Ich wünsche Ihnen noch gute Besserung wegen diesem
kleinen
Zwischenfall. Aber von mir trotzdem die volle Punktzahl, und das sind
satte 10 Punkte.
Moshammer: Von mir natürlich auch ganz, ganz, ganz gute Besserung. Das
muss man sich mal
durch den Kopf gehen lassen: Atmen, ohne den Mund zu bewegen! Wegen dem
kleinen
Zwischenfall 1 Punkt Abzug, aber das sind immer noch 9 Punkte!
Ist es nicht beeindruckend, wie zwei Zwölfjährige nationale
Klatschgrößen demontieren?
- Eine zuckersüße Dame ist Michelle, eigentlich Christian, Hunziker,
die Moderatorin,
und als sie und die vielen anderen, die an diesem Tag ihre Arbeit
präsentieren, sich auf
den Punkt genau auf ihre Rolle eingestellt haben, blitzt es, und der
Profi Franz Bauer
hält den Augenblick, die Mienen, die Kostüme, die Geistesblitze für
alle Zeiten fest.
Er nennt sein Verfahren Pantografie, Theaterspiel und Fotografie
zugleich, ein Verfahren,
das die jungen Spieler dazu bringt, ihre Fantasien, ob sie nun
satirischer Art sind oder
geheime Wünsche ausdrücken, auf den Punkt zu bringen.
In Regendorf aber ging es nicht nur um Pantografie, darin
gefördert vom Elternbeirat und
von den Freunden des Werner-von-Siemens-Gymnasiums, bei denen wir uns
herzlich bedanken.
Es gab auch Fußballspiel, und zwar schon lange vor dem Frühstück (wofür
wir uns bei
den Nachbarn entschuldigen), Maskenbildnerei und Schnellschneiderei und
sogar
Fachunterricht in Englisch und Deutsch, wenn auch etwas anders als
sonst.Wozu das alles? -
Raus aus der Schule, anders und Anderes und voneinander lernen, sich
selbst in anderen
Rollen kennen lernen!
Wir bedanken uns bei den Eltern, die uns in vielfältiger
Weise unterstützt haben, und
bei dem Pantografiekünstler Franz Bauer für seinen Schweiß treibenden
Einsatz.
Regina Leitner, Wolfgang Friedl