Fußballstützpunkt Regensburg – ein Exportmodell
Das
Werner-von-Siemens-Gymnasium präsentierte beim 2. DFB - Schulfußball -
Kongress in Potsdam seinen Stützpunkt Fußball vor vielen
Fachleuten aus den Bundesländern. - DFB-Präsident Dr. Zwanziger: Mannschaftssport Fußball ein wichtiger Erzieher zu Sozialverhalten.
Potsdam
Zwei Tage lang beschäftigten sich über 150 Fachleute aus dem Bereich
Schule und Fußballverein mit der Frage, wie man Jungen und Mädchen, die
den Willen und die Fähigkeiten mitbringen, Fußball als Leistungssport
zu betreiben, besonders erfolgreich fördern könne. Aus allen
Bundesländern waren deutlich mehr als hundert Vertreter der Kultus- und
Sportministerien, von Schulen, Fußballvereinen und Verbändern der
Einladung des Deutschen Fußballbundes (DFB) nach Potsdam gefolgt. Ziel
war es, eine bundesweite Bestandsaufnahme aller derzeit laufenden
Projekte in der Nahtstelle Schule – Verein – Verband zu erheben und zu
präsentieren und in Diskussionsrunden zu überdenken und verbessern.
Als
Vertreter der Schulleitung des Werner-von-Siemens-Gymnasiums Regensburg
war StD Josef Thalhammer vom DFB eingeladen, um zusammen mit Michael
Köllner, dem Stützpunktkoordinator des Bayerischen Fußballverbandes für
den Bezirk Oberpfalz, das Erfolgsmodell des Fußballstützpunktes an
seiner Schule im Plenum und in Arbeitsgruppen zu präsentieren. Denn in
den wenigsten Bundesländern ist diese Form der Zusammenarbeit
zwischen Schule und Verein, die vom Kultusministerium und vom DFB in
besonderer Weise gefördert wird, bekannt, geschweige denn wird sie
praktiziert. Erstaunen fand bei den Zuhörern, dass dieses Modell in
wenigen Jahren so großes Interesse bei Schülern und Eltern fand, dass
in Regensburg bereits zwei Stützpunktschulen mit mehreren Schülen in
Kooperation existieren: das Werner-von-Siemens-Gymnasium mit der
Albert-Schweitzer-Realschule und der Hans-Hermann-Hauptschule, und die
Realschule am Judenstein mit Goethegymnasium, Albertus-Magnus-Gymnasium
und Clermont-Ferrand-Hauptschule.
Diese von höchster Ebene
geförderte Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein gibt es in einer
anderen Form nur noch im Bundesland Niedersachsen, aber nicht in dieser
besonderen Förderstufe. So fanden auch gerade die Erfahrungen und
Stellungnahme der Schulleitung zu dieser Eliteförderung besonderes
Interesse bei den Zuhörern aus dem Kreise der Kultusministerien und
Fußballverbände.
Der
zweitägige DFB-Kongress wurde durch wegweisende Grundsatzreferate
eingeleitet. DFB - Sportdirektor Matthias Sammer, als Nationalspieler
und Bundesligatrainer bestens bekannt, hob in besonderer Weise die
erzieherische Aufgabe des Sports und vor allem des Mannschaftssportes
Fußball in der heutigen Gesellschaft hervor, die neben der Förderung
der Fußballelite mit die wichtigste Aufgabe überhaupt ist. Ein
namhafter Sportwissenschaftler der Uni Heidelberg führte die
Fußballfachleute in die neuesten Forschungsergebnisse der
Trainingswissenschaften, vor allem in der frühkindlichen Phase,
plastisch vor Augen. Er bezeichnete die Initiative des DFB zur
Förderung des Breitensports und der Elite als eine „Sternstunde für die
bewegte Schule“.
Am
Ende des Kongresses stand ein bedeutender politischer und sportlicher
Höhepunkt: die Unterzeichnung der Abschlusserklärung von Potsdam durch
die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Kultusministerin Annegret
Kramp-Karrenbauer aus dem Saarland, dem Vertreter des Vorsitzenden der
Sportminsterkonferenz und dem DFB-Präsidenten Dr. Theo Zwanziger. In
dieser wurden die Leitlinien für die Förderung des Sports und der
Eliteförderung im Fußball als Ziele für die Weiterarbeit in Schule und
Sportvereinen in den nächsten Jahren feierlich verabschiedet. Alle drei
Vertreter der Politik und des Sports hoben noch einmal die hohe
Verantwortung des Sports auch für die Erziehung und Vermittlung von
Werten in der Gesellschaft von heute hervor, ohne die z.B. die
Integration von Kindern mit Migrationshintergrund oder die Erziehung
gegen Gewalt in der Gesellschaft nicht erfolgreich laufen könne. Wenn
die Sportverbände und die Politik diese gesellschaftliche
Herausforderung nicht ernsthaft anpackten, sieht der DFB-Präsident
schwarz für die Zukunft unserer Gesellschaft. Der Fußball als
beliebtester Mannschaftssport auf der Welt habe hier eine besonders
wichtige Aufgabe. Mehr bei www.dfb.de