|
|
|
|
Aumüller-Schulpreis 2008 für unser Schulpartnerschaftsprojekt In allen Schultypen gibt es viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die auf hervorragende Weise Wissen und Können vermitteln und umfangreiche pädagogische Aufgaben wahrnehmen. Dieses Engagement wird in der Öffentlichkeit bisher kaum gewürdigt. Die Verleihung des Aumüller Schulpreises soll besonders engagierte Lehrerinnen und Lehrer bzw. Lehrerteams würdigen, zu Wettbewerb unter den Lehrern animieren und in der Öffentlichkeit ein positives Lehrerbild fördern. Der erste Preis ging am 15. Juli 2008 an Lehrer der Napoleonsteinschule, den 2. Platz erreichte das Lehrerteam des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums. Ausgezeichnet wurde unsere Schulpartnerschaftsprojekt, das im vergangenen Jahr mit dem Benefizlauf für die St. John's High School in Harare seinen Anfang nahm. Das Preisgeld in Höhe von 3000 € soll nach dem einstimmigen Wunsch der Preisträger dafür verwendet werden, dass in Zukunft Schüler aus Simbabwe ein Auslandsjahr am AAG verbringen können.
Dank für die Preisverleihung Heute nacht konnte ich kaum schlafen – vielleicht lag es ja auch ein wenig an dieser Preisverleihung. Doch ehrlich gesagt, wachte ich auf, weil mir ständig etwas um die Ohren surrte. Dieser quengelnd hohe Singsang. Immer wieder dasselbe: Ich mache das Licht an. Doch bis sich meine Augen daran gewöhnen, ist die Mücke nicht mehr zu sehen. Sie hat sich geschickt versteckt. Ich schalte das Licht wieder aus, schlafe endlich wieder ein. Und dann beginnt das Spiel wieder von vorne, bis sie es schafft, zu stechen – oder bis sie totgeschlagen wird. Denn Mücken, die einen Religionslehrer stechen, haben eben auch ein schlechtes Karma.
Was
das mit dieser Preisverleihung zu tun hat? Hier spricht nur eine kleine Mücke,
sie dankt Ihnen ganz herzlich dafür, dass Sie sich haben stechen lassen. Es war
ein kleiner Stich und herausgekommen ist eine große Spende – für unser
Projekt. Herzlichen Dank Ihnen von der Firma Aumüller. Unser
Partnerschaftsprojekt mit einer Schule in Zimbabwes Hauptstadt Harare versucht,
wie eine singende Mücke zu wirken. Immer
wieder gibt es auch an unserer Schule Kritik: Was soll das? Warum ausgerechnet
Zimbabwe? Ist das gesamte Unternehmen nicht sowieso zum Scheitern verurteilt?
Noch dazu in dieser fürchterlichen politischen Situation? Gegen Totschlagargumente muss man sich eben etwas Neues einfallen lassen: Ich gebe zu, unser Projekt „Partnerschule“ kostet zähe Energie, es am Leben zu erhalten. Immer wieder brauchen wir neue Anläufe z.B. durch Brieffreundschaften, E-mail-Kontakte, durch Ausstellungen, durch aktuelle Zeitungsartikel, durch unseren überwältigenden Benefizlauf (bei dem wir mehr als ein Viertel der Strecke nach Zimbabwe zurückgelegt haben; 2579 von 8900 km); durch außergewöhnliche Grußbotschaften, die sogar künstlerische Formen annehmen können, wie unser wunderschönes Partnertuch mit über 600 Unterschriften auf Seide gemalt. Das sind unsere Argumente, die schließlich gestochen haben. Dafür stehen auch meine drei Kollegen Anny Freier, Walter Erlwein und Heinz Krammel, mit denen ich in Teamarbeit das Projekt auf den Weg bringen konnte.
Wir
wollen an dieser Stelle auch nicht verschweigen, dass wir dem Elternbeirat und
der SMV den Anstoß verdanken, mit dem Benefizlauf unsere Partnerschaftsidee zu
verbinden. Unser Dank gilt insbesondere Frau Dr. Bettina Meinel für die Unterstützung
bei der Organisation des Benefizlaufs. Und nicht zuletzt möchten wir uns bei
der Schulleitung, bei unseren Kollegen, bei den Sponsoren und Eltern, bei den
Schülern des AAG herzlich bedanken für ihren Einsatz, für ihre
Spendenbereitschaft und für ihr Vertrauen. Unser
aller großer Traum wäre es einmal, einen wechselseitigen Schüleraustausch
durchzuführen. Angesichts der derzeitigen politischen Situation in Simbabwe
scheint das undenkbar. Das heute gewonnene Preisgeld soll uns aber Motivation
sein, unseren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Dafür würden wir es gerne
verwenden. Danke
auch für die Anerkennung und das Lob, das wir mit diesem Preis bekommen haben.
Es ist so selten, dass das Verhalten von Mücken anerkannt und gelobt wird. Wir
Lehrer singen ständig Schülern in die Ohren – oftmals auf lästige Weise.
Vielleicht haben wir die Anerkennung auch gar nicht verdient, denn wir Lehrer
loben viel zu selten unsere Schüler. Dabei tut Anerkennung einfach gut und sie
motiviert.
|